Kirchen

Pfarrkirche
St. Bartholomäus

Erstmals erwähnt wurde die Pfarrei Arnbruck in einer Urkunde vom Jahr 1209. Mit dieser übergab Graf Berthold von Bogen der Abtei Niederaltaich das Dorf und die Mutterkriche zu Arnbruck mit ihren Tochterkirchen Böbrach, Sackenried und Wettzell. Arnbruck war zu dieser Zeit bereits eine eigenständige Pfarrei und bildete den kirchlichen Mittelpunkt des Zellertals. Sie zählt neben Viechtach und Geiersthal zu den drei Urpfarreien im Altlandkreis Viechtach. Einer der 64 Zeugen der Schenkung war Pfarrer Dietrich („Dietricus de Ænprukke“), der erste namentlich bekannte Pfarrer von Arnbruck.
Arnbrucks planmäßige Besiedlung wurde wohl Ende des 11. Jahrhunderts von den Grafen von Bogen vorangetrieben. Seine Filialkirchen waren Eigenkirchen dieser Grafen, also Gotteshäuser, die auf privatem Grund und Boden eines Grundherrn standen. Graf Berthold übergab Dorf und Kirche der Gemeinde Arnbruck mit dem Patronatsrecht und dem Zehenten an Niederaltaich, weil ihm das Kloster zuvor finanzielle Unterstützung für seinen Romzug gewährt hatte. Allerdings geschah die Schenkung zunächst unter Vorbehalt. Erst 1242 gelangten Kirche und Dorf Arnbruck tatsächlich in den Besitz der Abtei Niederaltaich.
Die erste Kirche könnte ein Holzbau gewesen sein, aber das bleibt eine Vermutung. Die ältesten Gebäudeteile der heutigen Pfarrkirche St. Bartholomäus, Chor und Turm, datieren in die Zeit der Frühgotik (3. Jahrhundert). Aus dieser Zeit hat sich auch ein Taufstein erhalten, der noch heute benutzt wird und an der Südwand des Langhauses im Anschluss an den rechten Seitenaltar aufgestellt ist.
Nach einem Bericht des Viechtacher Dechanten Wirtenberger aus dem Jahr 1676 waren Dachstuhl und Seitenmauern des Langhauses so baufällig, dass die Kirche drohte zusammenzufallen. Dank der Verdienste des Hofmarkverwalters Johann Christoph von Hauzenberg um die Finanzierung konnte der ein Drittel erweiterte Neubau des Langhauses im Oktober 1676 eingeweiht werden.
Die Regensburger Bistumsmatrikel berichtet von einer erneuten Erweiterung im Jahre 1760. Etwa zur gleichen Zeit erfolgte die Ausgestaltung des Kircheninneren mit Hauptaltar, Seitenaltären und Kanzel durch den Bildhauer Johann Paul Hager (1698–1769) aus Kötzting.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Kircheninnere mehrmals umfassend umgestaltet: Von 1885 bis 1892 erfolgte die Umgestaltung der drei Altäre und des Innenraums Nazarenerstil durch den Kunstmaler Heinrich Oesterer aus Kötzting. Im Jahr 1922 nahm im der Kirchenmaler Karl Glaubacker aus Regensburg eine neue Ausmalung vor und neue Kirchenfenster wurden eingebaut. 1925 wurde das Deckengemälde Jesus wandelt auf dem See, Heimsuchung, Verklärung Christi von dem Kunstmaler Josef Wittmann aus München, Maler des Neubarock gemalt und zwischenzeitlich infolge des wahrscheinlich Zustandes stark durch fremde Hand übergangen. In den Jahren 1955 bis 1963 erfolgte eine Gesamtrenovierung der Kirche inklusive der Abnahme von Teilen alter Wandfassungen. 1985 wurden die Farbfassungen der Altäre geändert und von 2006 bis 2007 folgte eine weitere grundlegende Sanierung der gesamten Pfarrkirche.
Eine weitere Besonderheit in diesem Gotteshaus ist die Muttergottes auf dem linken Seitenaltar. Sie ist eine äußerst qualitätvolle gotische Madonna mit Kind, die ursprünglich als Gnadenbild in der Wallfahrtskapelle Maria Heimsuchung aufgestellt war, ist um 1420 entstanden. Sie gehört zu einer Gruppe von ostbayerischen oder salzburgischen Madonnen, die im Umfeld der Seeoner Madonna zu sehen sind.
Wie diese nach Arnbruck gelangte, erzählt die Legende vom „Schuster Schleiderl“, der 1644 die Liebfrauenkapelle Arnbruck erbaute: Dem schwer erkrankten Schleiderl erschien im Traum die Jungfrau Maria und sagte ihm, er würde wieder völlig gesund werden, wenn er ihr zu Ehren eine Kapelle bauen und darin Kapelle bauen und darin eine in der Klosterkirche Niederaltaich befindliche Marienfigur aufstellen würde. Die Figur wurde um 1960 in die Pfarrkirche St. Bartholomäus gebracht.
Im Aufzug des rechten Seitenaltars ist das einzige erhaltene Gemälde aus der Entstehungszeit der Altäre angebracht. Es zeigt die heilige Katharina.

 

Kapelle
Maria Heimsuchung

Die Kapelle Maria Heimsuchung, auch „Liebfrauenkapelle“ genannt, wurde 1644 vom Arnbrucker Schuhmacher Wolfgang Schleiderl erbaut.Um die Erbauung dieser kleinen Kirche in Arnbruck, zu der sich in den folgenden Jahrhunderten eine kleine „Nahwallfahrt“ entwickelte, ranken sich etliche Legenden. Die bekannteste: Wolfgang Schleiderl lag schwer krank darnieder. Im Traum erschien ihm die Mutter Gottes und Schleiderl gelobte, ihr zu Ehren eine Kapelle zu erbauen und darin eine Muttergottesstatue aufzustellen, wenn er wieder gesund würde. Nach seiner Genesung machte er sich auf, das Kirchlein zu erbauen. Er holte im Kloster Niederalteich genau die Muttergottesstatue, deren Bild er auch im Traum gesehen hatte. Eine Inschrift auf dem Grundstein in der südlichen Kapellenwand, der zum Andenken an Wolfgang Schleiderl errichtet wurde, lautet folgendermaßen: „Durch mich Wolff Schleiderl Schuester allhier und Margaretha meiner Ehewürthin ist diese Lobwürdige Frauen Capellen Maria Haimsuchung erhebt worden. 1644.“
Alle Jahre wird um Maria Heimsuchung (2. Juli) das Patrozinium der Liebfrauenkapelle gefeiert. Zur „Kirchei-Kirwa“ gehört eine große Lichterprozession durch den Ort.
Im Umgriff der Kapelle befinden sich außerdem eine der größten Totenbrettergruppe des Bayerischen Waldes.

 Vituskapelle

Mitten im Ort, doch trotzdem etwas versteckt, liegt die Vituskapelle (auch „Veitskapelle“ genannt) in einem malerischen Winkel von Arnbruck. Ihre Erbauung verdankt die Kapelle einem Gelübte. Der Arnbrucker Krämer Hans Achatz gelobte 1668 auf einer Wallfahrt nach St. Wolfgang im Salzkammergut deren Bau, wenn er von schwerer Krankheit genesen sollte. Dies geschah und er erbaute 1688 die dem Märtyrer St. Vitus geweihte Kapelle. Diesen stellt auch das Altarbild dar, das von den Heiligen Erasmus und Benno flankiert wird.
Seit 1803 ist die Vituskapelle Eigentum der Gemeinde. Sie war Toten-, dann Kriegergedächtniskapelle und wurde seit 1945 von der evangelischen Kirchengemeinde als Gotteshaus genutzt. 1993-1995 wurde die Kapelle bei der Dorferneuerung grundlegend restauriert.

Steinkreuzkapelle

Auf der Kuppe zwischen Arnbruck und Kötzting rissen die Thalersdorfer die alte Kapelle „zum Steinkreuz“ ab und bauten 1923 dort eine neue Krieger- Gedächtniskapelle für 20 Gefallene des 1. Weltkrieges aus dem Ort und der näheren Umgebung. 1924 konnte die neue Kapelle geweiht werden. Mit der Sanierung 1976/77, deren Kosten, wie auch schon den Neuaufbau und die laufenden Unkosten für den Unterhalt allein die Dorfgemeinschaft von Thalersdorf trug, wurden zum Andenken an die 33 gefallenen und 10 vermissten Männer des 2. Weltkrieges zwei weitere Marmortafeln mit deren Namen angebracht. Um 1905 wurde von der Familie Penzkofer in Sindorf ein Kreuzweg von Thalersdorf herauf zur Steinkreuzkapelle angelegt. Mit der Sanierung der Kapelle 1976/77 wurden die 14 Steinsäulen in Dreiergruppen angeordnet und erhielten ihr heutiges Aussehen. Ende Juli feiert die Dorfgemeinschaft dort einen Feldgottesdienst, danach ist Dorffest.
Standort: an der Staatsstraße 2132 Arnbruck–Kötzting auf der Kuppe vor Thalersdorf

 

 

 

 

 

 

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